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Jolifrosch

21.11.03
© Jörg Dieter

ergreifend - nervenzerfetzend - eigenartig

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Blauer Mond
Kalt war es und es schneite, als Jörg Dieter im Januar 2000 nach Steinhilben zog. In der ersten Nacht schien der Mond so hell durch sein Dachfenster, dass er aus dem Schlaf schreckte, da er sich von einem Scheinwerfer geblendet wähnte.

Lässliche Tage
Schnell vergingen die Tage in dem beschaulichen Örtchen auf der Schwäbischen Alb und der etwas weniger beschaulichen Realschule in Gammertingen. Vieles ließe sich über Jörg Dieters Zeit hier sagen, vieles vermuten - nur eines ist sicher: wenn er Steinhilben ende Juli den Rücken kehren wird, wird es nicht schneien. Nein, selbst hier nicht, in Steinhilben auf der Schwäbischen Alb.

Roter Mond
In Stuttgart wird ein Bett für ihn bereitstehen, wieder unter einem Dachfenster. Des Mondes wegen, den er liebt und der derselbe ist wie in Steinhilben. Selbst wenn er anders scheint - blasser, weichgezeichnet durch den Dunst der Großstadt.

Zukunftsmusik
Wenn Jörg Dieter von der Zukunft spricht, bekommt er leuchtende Augen. Pläne hat er, die klingen wie Musik in seinen Ohren. In Stuttgart will er arbeiten, irgendwas, fürs Geld. - Und in Frankfurt studieren: Aufbaustudium Germanistik, dann Doktorarbeit schreiben über die “Rhetorik von Internetseiten”, was immer das heißen mag. Jörg grinst verschmitzt und kneift ein Auge zusammen, wenn er davon spricht, die, die ihn kennen, wissen was das bedeutet; die anderen müssen mutmaßen oder ihn kennenlernen. Auch das klingt wie Musik - Geistermusik zu der sich in den Nebeln der Zukunft schemenhafte Gestalten wiegen.

Früher - Später