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Historisch-kritische Edition im virtuellen Raum
Möglichkeiten und Grenzen elektronischer Editionen vor dem Hintergrund einiger Kernprobleme der Editionswissenschaft
Jörg Dieter, 2002
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Einleitung
Textedition wird seit über 2000 Jahren betrieben. Computer, die einem breiteren Benutzerkreis zugänglich sind, gibt es seit ungefähr 20 Jahren.
In letzter Zeit sind multimediafähige Computer in fast jeden Haushalt eingezogen und selbst Geisteswissenschaftler beginnen sie als Arbeitswerkzeug zu entdecken. In Folge dessen werden vermehrt historisch-kritische
Editionen auf CD-ROM veröffentlicht und das Potential dieser Form der Aufbereitung wird in der Fachliteratur rege diskutiert. Dabei wurden jedoch bisher die Möglichkeiten und Probleme, die bei der Umsetzung
von historisch-kritischen Editionen in einem digitalen Medium entstehen, kaum zu den Grundproblemen der Editionswissenschaft selbst in Beziehung gesetzt.
Führen uns elektronische Editionen tatsächlich zu einer neuen Editionspraxis oder sogar zu substantiellen Fortschritten in der
Editionswissenschaft oder ist der ganze Wirbel um Hypertext und Multimedia nur Effektehascherei?
Will man in dieser Frage über das bloße Meinen und Behaupten hinaus zu wirklich substantiellen Ergebnissen kommen, muss zuerst gefragt werden, was
eigentlich der Zweck historisch-kritischer Edition ist. Erst nachdem dieser geklärt wurde, können die Probleme, die dem Erreichen dieses Zwecks im Wege liegen, herauspräpariert werden. Auf dieser Grundlage lässt sich schließlich sinnvoll diskutieren, wo elektronische Editionen dazu beitragen können diese Probleme zu lösen und wo sie sie lediglich verdecken oder sogar neue schaffen.
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